Proliferationstherapie


Was ist die Proliferationstherapie?

Die Proliferationstherapie (im US-amerikanischen Raum auch als „Prolotherapie“ bekannt) ist ein Naturheilverfahren, das sich seit den 1950er Jahren bewährt hat. Es handelt sich dabei um ein Injektionsverfahren zur Schmerztherapie und Regeneration des Bewegungsapparates, insbesondere der Gelenke, Knorpel, Bänder, Sehnen und Gelenkkapseln.
In den USA wurden bereits rund 2 Millionen Patienten mit der Proliferationstherapie behandelt. Auch in Europa findet dieses Therapieverfahren – vor allem durch die Publikationen von Dr. med. Weingart – zunehmend Anerkennung. Dr. med. Weingart gilt als führender Vertreter der Proliferationstherapie in Europa.

 

Wie funktioniert die Proliferationstherapie?

ProliferationstherapieBei chronischen und akuten Schmerzen am Bewegungsapparat gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Meist verwendet man dabei Medikamente, zum Beispiel entzündungshemmende Präparate mit Kortison. Diese können jedoch unerwünschte Nebenwirkungen haben. Reicht eine medikamentöse Therapie nicht mehr aus, erfolgt in der Regel ein operativer Eingriff. Bei vielen Patienten führen solche Maßnahmen jedoch nicht zur gewünschten Schmerzfreiheit. Das Ziel der Proliferationstherapie ist es daher, die Schmerzen zu lindern und die Gelenke sowie den Gelenkknorpel zu regenerieren – ganz ohne Operation.

Anders als in der klassischen Schulmedizin kommen im Rahmen der Proliferationstherapie – wie auch bei anderen komplementären Schmerztherapieverfahren (komplementär = ergänzend zur Schulmedizin) – nur natürliche Substanzen zum Einsatz, die praktisch keine Nebenwirkungen haben. Die am häufigsten verwendete Substanz ist eine hochprozentige Traubenzuckerlösung, die direkt in die betroffene Körperstelle gespritzt wird. Durch die Injektion entsteht ein Reiz, der die Selbstheilungskräfte des Körpers stimuliert und so die Gewebeneubildung aktiviert. Die Folge: Das Gewebe regeneriert sich und die Schmerzen nehmen ab.

 

Methoden der Proliferationstherapie

Je nach Therapieziel unterscheidet man bei der Proliferationstherapie verschiedene Injektionsformen:

  • Regeneration des Gewebes: Der Arzt verabreicht die Injektion direkt in das schmerzhafte Gelenk, die Gelenkkapsel oder die Sehne.
  • Stabilität des Gelenks: Vor der eigentlichen Injektion ist es erforderlich, die genaue Stelle zu diagnostizieren, an der das Band oder die Gelenkkapsel instabil sind. Anschließend wird die Traubenzuckerlösung exakt in die zuvor festgelegte Stelle gespritzt.
  • Schmerztherapie: Die Injektion erfolgt nicht direkt in das schmerzhafte Gelenk, sondern in den umliegenden Bereich der Gelenkkapsel, Sehne oder des Triggerpunkts (Schmerzpunkt mit Fernausstrahlung).

 

Anwendungsgebiete der Proliferationstherapie

Die Proliferationstherapie dient der Behandlung instabiler (laxer) Gelenke und Bandstrukturen. Sie wird eingesetzt, um die Gelenke zu stabilisieren und dadurch die natürliche Bewegungsfähigkeit wiederherzustellen. Außerdem kommt diese Injektionstechnik vermehrt bei Gelenkarthrose (Gelenkverschleiß) jeglicher Art zum Einsatz. Bei den folgenden Erkrankungen hilft die Proliferationstherapie besonders gut:

  • örtliche oder diffuse Gelenkschmerzen, z.B. Knieschmerzen oder Sprunggelenksschmerzen
  • Verletzungen an Gelenken und deren Bänder und Kapseln
  • Gelenkarthrose
  • Nackenschmerzen
  • Schleudertrauma
  • Rückenschmerzen
  • Wirbelgleiten
  • Reizzustände an Sehnen, z.B. Achillessehnenentzündung, Tennisellenbogen, Golferarm
  • Schmerzen aufgrund eines Hallux valgus (Fehlstellung der Großzehe)
  • Gelenkdistorsionen (Verstauchungen, Zerrungen)
  • instabile Gelenke (häufiges Umknicken)
  • Überbeweglichkeit (Hypermobilität) der Gelenke

 

In Bezug auf die Schmerzintensität liegen die Erfolgschancen der Proliferationstherapie – abhängig vom Alter des Patienten und der Schwere der Erkrankung - zwischen 70 und 90 %. Das bedeutet, dass die Mehrheit der Patienten nach einer Proliferationstherapie weniger beziehungsweise gar keine Schmerzen mehr hat.


"Sie profitieren von dem neuen Lebensgefühl ohne Schmerzen und erhalten Ihre Beweglichkeit und natürliche Lust an der Bewegung zurück." (Weingart 2005)

 

Quellen

Hackett, G.S.: Ligament and tendon relaxation treated by prolotherapy. 3. Auflage. Charles C Thomas Verlag, Springfield Illinois 1958
Ongley, M.J. et al.: A new approach to the treatment of chronic low back pain. Lancet 1987; 2(8551): 143-6
Klein R.G. et al.: A randomized double blind trial of dextrose-glycerine-phenol injections for chronic low back pain. J Spinal Disorders 1993; 6(1): 23-33
Weingart, J.: Proliferationstherapie: Rekonstruktive Ligament- und Sehnentherapie bei Gelenkinstabilität. In: Leithoff, P., Sadler, B. (Hrsg.): Individuelle Gesundheitsleistung (IGEL) in der Orthopädie. Thieme Verlag, Stuttgart 2001
Weingart, J.: Handbuch der Proliferationstherapie. Haug Verlag, Stuttgart 2002
Weingart, J.: So stärken wir unsere Gelenke – Neue Strategien für ein besseres Leben. Zabert Sandmann Verlag, München 2005
Weingart, J.: Die Proliferationstherapie. In: Orthopress, Ausgabe 2/2012

Integrative Medizin in Zweibrücken · Dr. med. Rupert Lebmeier
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Mein Ansatz: Ein komplexes Zusammenwirken von physischen, psychischen und sozialen Faktoren bestimmt, ob wir gesund oder krank sind. Auf dem soliden Sockel der Schulmedizin aufbauend, integriere ich u.a. Osteopathie, Sportmedizin, funktionelle Myodiagnostik, Ernährungsmedizin, Naturheilverfahren und Homöopathie in ein ganzheitliches Modell.